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Kriterien guten Unterrichts (aus Sicht des Staatlichen Schulamts Nürtingen)

Jeder, der mit Schule und Unterricht zu tun hat – sei es unmittelbar als Lehrkraft oder mittelbar als Elternteil oder als Schulaufsicht – hat Vorstellungen davon, was guten Unterricht kennzeichnet, was guter Unterricht leisten und wie guter Unterricht gestaltet werden soll. Diese Vorstellungen sind ebenso prägend für die Planung von Unterricht wie für dessen Beratung. Gute Schulen zeichnen sich durch ein schulintern entwickeltes und gemeinsam getragenes Verständnis von gutem Unterricht aus. Zahlreiche wissenschaftliche empirische Studien liefern eine Reihe von wertvollen Hinweisen, die aufzeigen, was – empirisch belegt – relevant ist für einen guten, das heißt für einen in einem umfassenden Sinn von Erziehung und Bildung pädagogisch wirksamen Unterricht.

Auch das Staatliche Schulamt hat sich intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt; relevante Kriterien guten Unterrichts wurden intern diskutiert und einvernehmlich vereinbart. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir diese für interessierte Leserinnen und Leser; darüber hinaus werden die wichtigsten Bezugsquellen benannt.

Die Kriterien guten Unterrichts dienen den Schulrätinnen und Schulräten als Orientierungsrahmen bei der Beratung von Lehrkräften und bei Bedarf bei der Beurteilung von Unterricht. Wichtig ist uns der Hinweis, dass damit keine normierenden Vorgaben für die Schulen im Landkreis Esslingen verbunden sind. Gleichwohl können die nachfolgend benannten Kriterien Impulse für die eigenen schulinternen Klärungs- und Verständigungsprozesse sein.

Die Qualität von Unterricht hängt nach Auffassung des Staatlichen Schulamts entscheidend von den folgenden acht Kriterien ab:

Quer zu diesen Kriterien liegt das entscheidende Kriterium wirksamen Unterrichts: die Schülerorientierung. Guter Unterricht bedingt eine schülergerechte Aktivierung, die eine Auseinandersetzung mit Aufgaben- und Themenstellungen ermöglicht. Schülerorientierung kann kognitive, soziale, haptische und emotionale Dimensionen enthalten. Das zentrale Kriterium „Schülerorientierung“ schlägt sich in den oben genannten Aspekten nieder: sie setzt beispielsweise eine effektive Klassenführung sowie den Aspekt der Klarheit voraus, ebenso ist ein fachlicher oder überfachlicher Lernzuwachs ohne eine aktive Auseinandersetzung nicht möglich und eine förderliche Gestaltung der Beziehungen schafft erst den notwendigen Rahmen für nachhaltige Lernprozesse – um hier nur einige Querverbindungen exemplarisch aufzuzeigen.

Die genannten Kriterien beschreiben unterschiedliche Zugänge bzw. Blickrichtungen. Manche Kriterien lassen sich in der unmittelbaren Beobachtung von Unterricht wahrnehmen: z.B. Klassenführung oder Beziehungsgestaltung. Andere Kriterien beziehen sich in erster Linie auf die Person der Lehrkraft: z.B. didaktische und diagnostische bzw. Sachkompe-tenz. Andere lassen sich vor allem durch Äußerungen, Reaktionen und das (Leistungs-)Verhalten von Schülern einschätzen: z.B. Klarheit oder Lernzuwachs. Manche Aspekte sind unmittelbar messbar, andere nur beobachtbar. Erst aus einer ganzheitlichen Betrachtung aller Kriterien heraus, lässt sich Unterricht angemessen betrachten und gestalten.

Zum besseren Verständnis werden die Kriterien kurz erläutert sowie mögliche Merkmale benannt; sie sollen die Kriterien illustrieren und konkretisieren, um diese damit auch einer differenzierten Einschätzung und Reflexion zugänglich zu machen.

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